Remember: Wir werden als Human BEING geboren, nicht als Human DOING.

9. August 2026

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Und doch verbringen viele von uns einen zu großen Teil ihres Lebens damit, zu tun, zu organisieren, zu leisten und sich zu kümmern.

Wir kümmern uns um unsere Arbeit.
Um unsere Familie.
Um Freunde.
Um Verpflichtungen.

Und irgendwann geschieht es – schleichend und nahezu – unbemerkt: Wir verlieren den Kontakt zu uns selbst.

Das fällt oft erst auf, wenn jemand fragt:
„Wie geht es IHNEN eigentlich?“

Nicht: Was haben Sie heute erledigt?
Nicht: Was steht noch auf Ihrer Liste?

Sondern:
Wie geht es Ihnen?

Welche Gefühle sind gerade da?
Was bewegt Sie?
Was bräuchte Ihre Aufmerksamkeit?

Viele Menschen halten an dieser Stelle inne. Vielleicht, weil sie es nicht spüren, sie den Zugang dazu im Lärm des Alltags ein Stück weit verloren haben.

In meiner Arbeit unterscheide ich zwischen dem Wichtigen und dem Wesentlichen.

Das Wichtige betrifft das, was wir tun (müssen).
Das Wesentliche betrifft das, was uns im Ureigenen ausmacht und worin unser wahres Potenzial liegt.

Beides hat seinen Platz.

Doch das Wesentliche verdient es, nicht immer erst dann Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn Körper, Seele oder Beziehungen beginnen, Notsignale auszusenden. Dann wurden schon viele Emotionen (unbewusst) unterdrückt.

Vielleicht nehmen Sie sich heute einen Moment Zeit.

Nicht für das nächste To-do.
Nicht für die Erwartungen anderer.

Sondern für die Begegnung mit sich selbst.

Denn aus dieser Verbindung entsteht genau die Kraft, die wir für alles andere brauchen.

Die Sache mit den Gefühlen

Doch was bedeutet es eigentlich, mit sich selbst in Verbindung zu sein?

Ein wesentlicher Teil davon ist unsere Fähigkeit, wahrzunehmen, was in uns geschieht – und damit auch unsere Gefühle zu spüren. Und die meisten von uns sind – verständlicherweise – Fans der guten Gefühle. Freude, Begeisterung, Leichtigkeit, Lebendigkeit und Glück fühlen sich einfach gut an.

Anders verhält es sich mit Zweifeln, Trauer, Verzweiflung, Angst, Enttäuschung oder Ohnmacht. Diese Gefühle möchte kaum jemand freiwillig erleben. Deshalb entwickeln viele Menschen – oft unbewusst – Strategien, um ihnen aus dem Weg zu gehen.

Das kann sich zeigen durch:

  • eine starke Orientierung am Außen (Erfolg, Konsum, Social Media)ständiges
  • Beschäftigt sein oder Arbeit ohne Pause
  • Perfektionismus
  • Betäubung – von exzessivem Sport bis hin zu Alkohol oder anderen Substanzen
  • den Versuch, alles positiv umzudeuten
  • ein übermäßiges Kümmern um andere
  • das Rationalisieren von Gefühlen, statt sie zu spüren
  • ein permanentes Erreichbar- und Gebrauchtsein usw.

Oft funktioniert das erstaunlich lange.

Der Preis dafür wird jedoch häufig übersehen.

Mit der Zeit kann die sogenannte Schwingungsfähigkeit leiden – also die Fähigkeit, sich von dem berühren zu lassen, was das Leben mit sich bringt, und dies auszuhalten.

Es bleibt aber nicht bei der Abwehr unangenehmer Gefühle. Auch Freude, Staunen, Verbundenheit, Begeisterung und Lebendigkeit verlieren an Intensität. Das Leben wird flacher.

Wer sich dem gesamten Spektrum seiner Gefühle öffnet, gewinnt an innerer Stärke. Gefühle wollen nicht gelöst, bewertet oder erklärt werden. Zunächst wollen sie wahrgenommen werden.

Nicht umsonst sprechen wir vom Wechselbad der Gefühle. Zum Menschsein gehört beides: Licht und Schatten.

Und Gefühle sind keineswegs nur etwas, das „in unserem Kopf“ stattfindet. Sie hinterlassen Spuren. Sie sind körperlich spürbar – manchmal unmittelbar, manchmal erst dann, wenn wir schon lange nicht mehr auf sie gehört haben.

Und vielleicht liegt genau darin ein wesentlicher Teil unserer Lebendigkeit. Diese beschränkt sich nicht nur auf unser inneres Erleben sondern auch darauf, wie lebendig und beweglich wir uns körperlich fühlen. Denn nicht gelebte und gelöste Emotionen bilden Spannungsmuster, welche sich auch auf der Körperebene manifestieren. Wo und wie zeigt sich das, was wir fühlen, in unserem Körper?

Wichtiger Hinweis: Die Abspaltung von Gefühlen bezieht sich ausdrücklich NICHT auf traumatische Erfahrungen. Dissoziation und andere Schutzmechanismen sind in bedrohlichen Situationen notwendige Überlebensstrategien sein und haben absolut ihre Berechtigung.

Gefühle und ihre Spuren im Körper

Gefühle zeigen sich auf der Körperebene – wo auch sonst?

Denken Sie einmal an einen Menschen, in den Sie frisch verliebt waren. An einen Moment großer Freude. Oder nur an die Vorfreude auf etwas, das Ihnen wirklich etwas bedeutet.

Vielleicht verändert sich schon beim Gedanken daran etwas im Körper. Der Atem wird weiter, die Augen öffnen sich mehr. Wir richten uns auf. Ein wohliger Schauer läuft über den Rücken. Oder da sind die berühmten Schmetterlinge im Bauch.

Bei den sogenannten negativen Gefühlen ist es nicht anders.

Auch Enttäuschung, Angst, Wut, Ohnmacht oder Verletzung können körperlich spürbar werden. Nur bringen wir diese Signale häufig nicht so selbstverständlich mit unseren Gefühlen in Verbindung.

Wir denken vielleicht: „Ich müsste mehr Sport machen.“ – „Ich habe schlecht gelegen.“ – „Ich brauche einfach mehr Entspannung.“

In meiner Arbeit stelle ich deshalb gerne eine sehr einfache Frage:

„Wo spürst du es?“

Erstaunlich vielen Menschen fällt es zunächst schwer, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Das Gefühl ist diffus – und die körperliche Wahrnehmung häufig ebenso.

Doch genau hier kann etwas Wesentliches beginnen: nicht sofort erklären, analysieren oder verändern zu wollen, sondern zunächst wahrzunehmen.

Was ist da? Und wo zeigt es sich?

Eventuell gefühlte „Knoten“ sind ein Hinweis darauf, dass sich unterdrückte Gefühle ihren Weg ins Außen suchen.

Geben Sie Ihnen den Not-Wendigen Raum.

Im Sinne eines
"It's simple but not easy"

grüßt Sie herzlich Ihre
Christa G. Kober